{"id":117,"date":"2019-11-11T09:13:22","date_gmt":"2019-11-11T09:13:22","guid":{"rendered":"http:\/\/bienen.tg\/kurs\/?p=117"},"modified":"2023-11-03T17:04:55","modified_gmt":"2023-11-03T17:04:55","slug":"imkerei-als-betriebszweig-in-der-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/blog\/2019\/11\/11\/imkerei-als-betriebszweig-in-der-landwirtschaft\/","title":{"rendered":"Imkerei als Betriebszweig in der Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong> Landwirte w\u00e4ren eigentlich pr\u00e4destiniert die Imkerei als Betriebszweig zu f\u00fchren, da einiges an Voraussetzungen schon gegeben sind: Bienen brauchen sonnige Standpl\u00e4tze mit wenig Wind, insbesondere \u00fcber den Winter. Besonders geeignet sind S\u00fcdfronten von Wirtschaftsgeb\u00e4uden oder St\u00e4llen. Zum Imkern braucht man Lager- und Arbeitsraum sowie freie Arbeitskapazit\u00e4t, manchmal witterungsbedingt auch unter der Woche. Und das wichtigste ist das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Bienen, Natur und Umwelt mit dem dazugeh\u00f6rendem gesunden Menschenverstand. Das alles ist beim Landwirt in der Regel vorhanden.<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten Imkerinnen und Imker nutzen das Potential ihrer Bienen nicht aus, im Gegenteil: Sie st\u00f6ren die Bienenv\u00f6lker zu h\u00e4ufig oder treiben Sie zum schw\u00e4rmen \u2013 dem \u00dcberlebenstrieb der Bienen \u2013 an und wundern sich dann, dass sie nur zehn oder f\u00fcnfzehn Kilogramm Honig ernten, w\u00e4hrend bei anderen das doppelte aus der Schleuder l\u00e4uft. Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts war relativ viel Sachverstand vorhanden der dann der Idee \u201ealles ist m\u00f6glich auch ohne Natur\u201c wich. Immer gr\u00f6ssere Bienenk\u00e4sten sollten gr\u00f6ssere Volker erzeugen, es wurde den Bienen freier Lauf gew\u00e4hrt mit Honigraum ohne K\u00f6niginabsperrgitter. Mit dem Auftreten der Varrroa vor 30 Jahren kam noch der Hygienewahn dazu, als ob die Bienen mit Ihrem Putztrieb und Propolis sich nicht mehr selbst helfen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Klar, die Varroa muss man als Imker im Auge behalten und bek\u00e4mpfen, da haben die Forscher in den letzten 25 Jahren auch nichts neues gebracht. Aber in der Imkerei braucht es in der Regel keine Desinfektions- oder Reinigungsmittel um Bienenk\u00e4sten zu reinigen. Seuchengefahr besteht ja nur wenn ein Seuchenherd vorhanden ist und das betrifft wohl 95 Prozent der Imkerinnen und Imker in ihrem Leben nie! Trotzdem gibt es Imkerkurse, die verwenden zwei Drittel der Zeit um das Thema Seuchen zu behandeln.<\/p>\n<p>Imkern ist vergleichbar mit dem Pflanzen von Kirschb\u00e4umen: Guter Standort, das Gr\u00fcne nach oben, Fr\u00fcchte wachen von selbst und ob man sie erntet ist dem Baum egal. Ein Bienenvolk gibt etwa drei bis f\u00fcnf Stunden Arbeit pro Jahr und einen Eimer Honig oder auch mehr Ertrag. Die Produktionskosten von Honig sind etwa 10-12 Franken pro Kilogramm inkl. Arbeitszeit und Amortisation. Es gibt etliche Imker, die 80-120 V\u00f6lker im Haupterwerb halten und den geschleuderten Honig selbst verarbeiten und vermarkten. F\u00fcr einen Landwirt ist es nat\u00fcrlich effizienter, den geschleuderten Honig f\u00fcr 15-19 Franken je Kilogramm in den Grosshandel zu geben, ausser er hat einen funktionierenden Hofladen (Honig ist das einzige landwirtschaftliche Produkt, wo die Grosshandelspreise h\u00f6her sind als die Produktionskosten).<\/p>\n<p>Die Investitionen in den Betriebszweig Imkerei sind relativ gering. Die ben\u00f6tigten R\u00e4umlichkeiten sind oft schon vorhanden und Fahrzeuge k\u00f6nnen auch anderweitig auf dem Betrieb eingesetzt werden. Allenfalls gibt es noch die Variante mit dem althergebrachten Bienenhaus als Lager und \u00dcberwinterungsstandort, besonders als Nebenerwerb wenn der Generationenwechsel ansteht. Ein Bienenhaus mit modernen Magazinbeuten ausgestattet erm\u00f6glicht ein Arbeiten unter Dach und Werkzeug und Material sind vor Ort und versorgt. Kosteng\u00fcnstig kann ein Bienenhaus in der Landwirtschaftszone fundamentlos auf Pf\u00e4hlen erstellt werden. Gegebenenfalls mit Holz aus dem eigenen Wald, was eine besondere Bindung schafft. Die Bienenk\u00e4sten mit Rahmen und K\u00f6niginabsperrgitter aus dem Handel schlagen mit rund 200 Franken je Bienenvolk zu Buche, ebenso die V\u00f6lker. Als Bienenfutter verwendet man gew\u00f6hnlichen Haushaltszucker, immer \u00f6fter sammeln die Bienen ihren Winterbedarf selber wenn ein Phaceliafeld oder \u00e4hnliches in der N\u00e4he ist. Motorbetriebene Honigschleudern aus Lebensmitteltauglichem Chromstahl f\u00fcr 20 Honigwaben kosten unter 2000 Franken. Viel mehr braucht es nicht zum erfolgreichen imkern! Kurse und weitere Informationen auf <a href=\"http:\/\/www.bienen.TG\">www.bienen.TG<\/a>\u00a0oder unter Telefon 079 565 78 10.<\/p>\n<p>Viele Schweizer Imker orientieren sich am deutschen Erwerbsimkerbund und deutschen Fachzeitschriften (z. B. Bienen + Natur oder deutsches Bienenjournal). In vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ist Imkern ein Lehrberuf (z. B. Imkereifacharbeiter in \u00d6sterreich oder in Deutschland Tierwirt, Fachrichtung Bienenzucht). Da ist die Schweiz ins Hintertreffen geraten, zu lange setzten die hiesigen Imkervereine auf den arbeitsintensiven Schweizer-Bienenkasten, der allerdings urspr\u00fcnglich aus dem Allg\u00e4u stammt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Landwirte w\u00e4ren eigentlich pr\u00e4destiniert die Imkerei als Betriebszweig zu f\u00fchren, da einiges an Voraussetzungen schon gegeben sind: Bienen brauchen sonnige<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-117","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":175,"href":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117\/revisions\/175"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=117"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bienen.tg\/kurs\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=117"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}